Abtrieb richtig ausgleichen

Avatar UWFotonet | 23. Juni 2022

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Auftrieb, Abtrieb, Trimm – Wer Unterwasser mit Kamera unterwegs ist, muss sich früher oder später auch bei seinem Equipment mit dem Thema “Tarieren” auseinander setzen. Wie der Abtrieb am leichtesten bestimmt werden kann und welche Optionen es gibt, damit Dein Set-Up besser im Wasser liegt, erklären wir in diesem Artikel.

Jede Lampe, jeder Blitz, jedes Unterwassergehäuse und auch jedes weitere Zubehör in der Unterwasserfotografie hat mehr oder weniger Abtrieb. Die Werte die die Hersteller zu den Produkten angeben, sind meistens leider nicht zu 100% akkurat – können sie aber auch gar nicht sein. Denn besonders bei Unterwassergehäusen variiert der Abtrieb extrem. Grund dafür ist die Vielfalt an Objektiven und Portlösungen, die gerade bei Wechselobjektivkameras ins Gewicht fällt. Denn woher soll der Hersteller wissen für welches Objektiv und welchen Port sich der Endverbraucher am Schluss entscheidet? Deshalb muss für jedes Set-Up und jede Videolampen- und Blitzkombination der Abtrieb individuell bestimmt werden.

Wichtig: Das bedeutet auch, das sich bei jedem Wechsel des Equipments, z.B. der Vorsatzlinse (Makro, Weitwinkel), der Abtrieb verändert.

Wie bestimme ich den Abtrieb meines Unterwassergehäuses?

Wer den Abtrieb seines Set-Ups bestimmen möchte, braucht nur eine Kofferwaage und ein Becken mit Wasser. Ein Pool, eine Badewanne oder einfach nur ein Wassertank sind vollkommen ausreichend.

Die Kofferwaage wird dann am besten relativ mittig am Set-Up mit einem Band oder einer Schnur angebracht. Dein Set sollte frei schweben bzw. an der Kofferwaage hängen und die Seiten bzw. den Boden des Beckens nicht berühren.

Der Wert, der von der Kofferwaage angegeben wird bestimmt den Abtrieb.

Beispiel:

Der Abtrieb setzt sich aus allem Equipment zusammen, das mit unter Wasser genommen wird. Das bedeutet:

Unterwassergehäuse + Griffschiene + Port + Vorsatzlinse + Kamera + Objektiv (+ Akku + Speicherkarte) + Lampen (+ Akkus) + Blitze (+ Akkus + Kugelkopf-Adapter) + Filter + Arme + Klemmen

Wie kann ich den Abtrieb ausgleichen?

Um den Abtrieb Deines Set-Ups zu neutralisieren gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die gängigste Methode ist der Ausgleich durch verschiedene Auftriebsarme (wie oben im Beispiel zu sehen). Auftriebsarme gibt es in vielen Ausführungen mit unterschiedlichen Längen und Dicken. Dadurch gibt es unzählige Variationen in den die Arme kombiniert werden können. Die vier Arme sollten zusammen den Abtrieb des Set-Ups ausgleichen. Am besten ist, wenn das Gewicht auf beiden Seiten gleichmäßig ausgeglichen wird.

Auftriebsarme gibt es in verschiedensten Größen, Längen, Farben und Materialen

Wichtig: Dein Set-Up muss nicht zu 100% neutral sein. Besonders bei Unterwasserfotografen sorgt ein leichter Abtrieb sogar für eine bessere Handhabung. Auch bei Videografen kann ein leichter Abtrieb für ruhigere Kamerabewegungen sorgen. Wie neutral das ganze Set-Up sein soll, muss aber jeder für sich selbst entscheiden. 

Auftriebsarme sind Luft- oder Gasgefüllte Auftriebskörper, die gleichzeitig auch als Befestigung für Lampen oder Blitze dienen. Sie werden entweder aus Aluminium oder Carbon gefertigt. Sie sind die praktischste Lösung, da sie den Schwerpunkt Deines Setups in Richtung Gehäuse verschieben. Das macht die Handhabung im Wasser sehr viel einfacher.

Aber Vorsicht: Die wichtigste Aufgabe von Armen bleibt nach wie vor die Lichtpositionierung. Die Länge der Arme kann deshalb nicht beliebig variiert werden. Lange Arme brauchst Du für die Weitwinkelfotografie. Im Makrobereich wären sie störend. Hier braucht es kurze und handliche Arme.

Trimm

Auch der Trimm ist nicht zu unterschätzen. Besonders bei der Nutzung von großen Weitwinkel-Vorsatzlinsen oder Korrektivports wie dem WACP kann es dazu kommen, dass das Set-Up vorne einen enormen Abtrieb hat.

Dieses Gewicht an der Vorderseite des Unterwassergehäuses ist beim Fotografieren besonders störend. Mit Auftriebskörpern, wie Auftriebsmanschetten, die um die Vorsatzlinse montiert werden, kann aber auch dieses Ungleichgewicht sehr gut ausgeglichen werden.

Noch ein kleiner Hinweis für den Schluss: Der Schwerpunkt des Set-Ups sollte immer unten liegen. Und das wichtigste:

An erster Stelle steht die Lichtposition, nicht der Auftrieb.

Egal ob in der Foto- oder Videografie: Das Wichtigste ist, wie das Licht (Blitze, Lampen) positioniert wird. Die Auftriebsarme sollten in alle Richtungen beweglich bleiben, damit Unterwasser die Kreativität in der Lichtgestaltung nicht eingeschränkt wird.


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Written by UWFotonet